Gedanken zum Fest Taufe des Herrn

14.01.2020

Offensichtlich hat schon die alte Kirche Mühe gehabt mit der Tatsache, dass sich Jesu von Johannes taufen liess. Matthäus lässt Johannes sagen: „Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?“ Jesus brauchte doch keine Umkehr, er hatte keine Sünden zu bekennen.

Man kann aber die Erzählungen von der Taufe Jesu einfach als Taufkatechesen lesen, als Aussagen darüber, was Bedeutung und Wirkung unserer Taufe ist. Gerade für einen Erwachsenen, der sich taufen lässt, ist die Taufe ein Zeichen der Umkehr, in ihr werden ihm alle Sünden vergeben.

Wenn die Stimme aus dem Himmel über Jesus sagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“, so wird das in der Taufe auch über uns gesagt. Wir sind Gottes geliebte Tochter, Gottes geliebter Sohn. Wir sind keine Waisen in dieser Welt, brauchen nicht einsam unseren Weg zu gehen. Gott findet auch an uns Gefallen.

Schliesslich wird berichtet, dass der Geist Gottes wie eine Taube auf Jesus herabkam. Wir sind gewohnt, die Firmung als das Sakrament zu sehen, das den Heiligen Geist schenkt. Aber Taufe und Firmung gehören zusammen, in der Ostkirche werden sie immer zusammen gespendet. Von der Taufe an ist christliches Leben Leben im Geist.

Die Allermeisten von uns sind als Kleinkinder getauft worden. Wir haben keine Erinnerung daran. Umso nötiger ist es, dass wir uns dieses grundlegende Ereignis immer wieder bewusst machen, uns seine Bedeutung vor Augen führen. Die Berichte von der Taufe Jesu können uns dazu anleiten.

Pater Markus Steiner