Sonntagsgedanken zum 8. Dezember

05.12.2019

Sonntagsgedanken am 8. Dezember 2019

Die Liturgie kann manchmal ganz schön kompliziert sein! Das merken wir einmal mehr am 8. Dezember 2019. Unter diesem Datum steht in allen Kalendern «Mariä Empfängnis». Doch die Kirche feiert an diesem Tag den Zweiten Adventssonntag!

Der Grund ist folgender: Die Sonntage in den sogenannten «Geprägten Zeiten» (Advents- und Weihnachtszeit, Fasten- und Osterzeit) haben in der liturgischen Hierarchie immer Priorität und verdrängen sogar ein Hochfest. Die Kirche löst das Dilemma, indem sie die liturgischen Feiern des Hochfests einfach auf den Folgetag verschiebt. Aber wer kann schon am Montag den Festgottesdienst mitfeiern? Darum besteht die Möglichkeit, am Sonntag eine «äussere Feier» zu begehen, in welcher wenigstens die Eucharistiefeier vom Hochfest gefeiert wird. Alles andere aber – wie zum Beispiel bei uns im Kloster das Chorgebet und die Heiligen Messen in der Gnadenkapelle – bleibt auf den Folgetag verschoben. Kompliziert, nicht wahr?!

Aber eigentlich passt das ziemlich gut zum verschobenen und doch nicht ganz verschobenen Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria – so der offizielle Name von «Mariä Empfängnis». Denn dieses Fest wird oft falsch verstanden. Es geht nicht darum, dass Maria Jesus empfängt (wäre bis Weihnachten ja auch eine etwas gar kurze Schwangerschaft…), sondern es geht um die Empfängnis der Gottesmutter selber. Dann passt nämlich die Zeit perfekt, feiert die Kirche das Geburtsfest Marias doch am 8. September, also genau neun Monate nach dem 8. Dezember.

Von Maria glaubt die Kirche, dass sie vom ersten Augenblick ihrer Existenz von jeder Sünde und Schuld bewahrt wurde, um Jesus Christus, dem menschgewordenen Wort Gottes, eine würdige Mutter zu sein. Was die Kirche über Jahrhunderte geglaubt hat, wurde im Jahr 1854 von Papst Pius IX. feierlich als Dogma verkündet.

Wir Mönche laden alle ganz herzlich ein, am 8. Dezember das Pontifikalamt um 09.30 Uhr mitzufeiern. Diesem wird Abt Urban Federer vorstehen und die Feier vom Stiftschor und der Choralschola musikalisch mitgestaltet. Für Spätaufsteher bietet sich die Pilgermesse um 11.00 Uhr an. Aber eben: Das eigentliche Fest wird dieses Jahr aber auf den Montag, 9. Dezember verschoben:

Montag, 9. Dezember 2019 — Hochfest Mariä Empfängnis

06.15 Uhr Eucharistiefeier in der Gnadenkapelle
09.30 Uhr Eucharistiefeier in der Gnadenkapelle
11.15 Uhr Feierliches Konventamt
16.30 Uhr Feierliche Vesper mit «Salve Regina»
17.30 Uhr Eucharistiefeier in der Gnadenkapelle
18.10 Uhr Rosenkranzgebet bei der Gnadenkapelle

Bild: Die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria ist in Einsiedeln übrigens das ganze Jahr über präsent! Die goldene Brunnenfigur in der Mitte des Klosterplatzes stellt Maria als «Immaculata» (Unbefleckte/Makellose) dar.