Sonntagsgedanke – 29. September 2019

28.09.2019

Am kommenden Dienstag beginnt der Monat Oktober, der dieses Jahr als „ausserordentlicher Missionsmonat“ begangen wird. Diese Initiative geht auf Papst Franziskus zurück, dessen Traum einer missionarischen Kirche, die an die Peripherie geht und sich aus einer lebendigen Christusbeziehung nährt, auch wir uns zu eigen machen sollen.

Im heutigen Sonntagsgedanken soll der Missionsmonat und insbesondere die mit ihm verbundenen Aktivitäten in Einsiedeln kurz vorgestellt werden.

Mission richtig verstanden

„Mission“ ist aufgrund zahlreicher negativer Beispiele aus der Kirchengeschichte ein belasteter Begriff. Doch Mission hat ihrem Wesen nach nichts mit Kolonialisierung, Indoktrinierung und Überlegenheitsdenken zu tun. Mission ist primär Angebot einer Beziehung. Damit verwirklichen wir einen Auftrag Jesu: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngerinnen und Jüngern!“ Es ist also das Angebot einer tiefen Beziehung zu Jesus Christus als den vom Vater gesandten Erlöser. Indem wir Christinnen und Christen in diese freundschaftliche Beziehung mit dem Herrn hineingenommen sind, werden wir zu Boten und Missionarinnen, die aber auch selber immer wieder der Erneuerung und der Bekehrung bedürfen. Glaubensweitergabe kann nur in der Grundhaltung der Demut und im Anerkennen des Reichtums des Anderen geschehen. Die Basis dafür ist die Christusbeziehung, die sich aus dem Gebet nährt.

Angebote in Einsiedeln

In Einsiedeln begehen wir diesen Missionsmonat, indem wir neben dem täglichen Konventamt (So 09.30 Uhr, Mo-Sa 11.15 Uhr) jeweils besonders auch in der Abendmesse (um 17.30 Uhr bei der Gnadenkapelle) und im daran anschliessenden Rosenkranzgebet für die Ausbreitung und Vertiefung des Glaubens beten. Eucharistiefeier und Rosenkranzgebet bei der Gnadenkapelle werden jeweils am Freitag (4. / 11. / 18. / 25. Oktober) um 17.30 Uhr von Radio Maria live übertragen. Diese vier Gottesdienste werden in besonderer Weise dem Thema der Mission gewidmet sein.

Gleichzeitig entdecken wir in diesem Monat das Leben des hl. Wolfgang neu, der Mönch in Einsiedeln war, als Missionar bei den Ungarn wirkte und 994 als Bischof von Regensburg starb. Er ist der bedeutendste Missionar in der über tausendjährigen Geschichte des Klosters Einsiedeln. Der heilige Wolfgang (924-994) hat nicht nur als Missionar in Ungarn den Glauben verkündet. Auch als Lehrer in Trier, als Mönch in Einsiedeln und als Bischof von Regensburg war er unermüdlich für das Reich Gottes im Einsatz. Gerade diese Vielfalt seines Wirkens lädt auch uns ein, an unserem je eigenen Ort mitzuwirken, dass die Botschaft Jesu Christi die Herzen der Menschen erreichen kann.

Ein wichtiger Beitrag zum Missionsmonat ist auch der „Impulstag“ für kirchlich Engagierte und Verantwortliche am 3. Oktober. Inspirierende Referenten wie James Mallon, Christian Hennecke, Charlotte Küng-Bless und Otto Neubauer regen zum Nachdenken über die eigene missionarische Sendung an und geben Zeugnis von Aufbrüchen der Erneuerung in unserer Kirche. Auch wenn die Anmeldefrist bereits abgelaufen ist, lohnt sich ein Besuch der Webseite www.impulstag-einsiedeln.ch, weil im Anschluss an den Anlass die Impulse nachzuhören sein werden.

Dem feierlichen Konventamt zum „Weltmissionssonntag“ am 20. Oktober wird Weihbischof Alain de Raemy (Fribourg) vorstehen. Die Eucharistiefeier zusammen mit der Klostergemeinschaft beginnt um 09.30 Uhr in der Klosterkirche.

Der Missionsmonat schliesst am Donnerstag, 31. Oktober mit dem Fest des hl. Wolfgang, unserem lokalen „Missionsmonat-Patron“. Das Konventamt beginnt um 11.15 Uhr.

Weitere Informationen

Auf der Webseite www.kloster-einsiedeln.ch/mission findet man weitere Informationen zum Missionsmonat in Einsiedeln und besonders auch zum hl. Wolfgang. Die Anlässe auf nationaler Ebene werden auf www.missio.ch, respektive auf www.getauftundgesandt.ch vorgestellt.

Möge uns der ausserordentliche Missionsmonat Oktober 2019 ermutigen, auch selber Glaubenszeuginnen und -zeugen zu sein!

P. Philipp