Versus Deum – Gottwärts!

31.08.2019

Diesen Samstag und Sonntag gehen wir in Einsiedeln zum zweiten mal «Gottwärts». Nun ja, wir hoffen natürlich, dass wir das eigentlich immer tun: In die Richtung gehen, die uns zur Anschauung des Lebendigen Gottes führt, der uns in Christus entgegenkommt. Das soll unsere ganze Sehnsucht sein, der alles hintangestellt wird. «Gottwärts» ist aber darüber hinaus ein Anlass, an dem ChristInnen verschiedener Denominationen teilnehmen. Und dieser Anlass wird nun eben zum zweiten mal durchgeführt. Es ist ein Anlass, der Begegnungen ermöglicht. Begegnungen, die bisweilen auch in Freundschaften münden können. Und diese Freundschaften unter zumeist jungen Christen, die ihr Leben bewusst aus dem Glauben und dem Bekenntnis zu Christus gestalten, gehen über Konfessions- und Denominationsgrenzen hinweg. In Freundschaft verbunden, blicken wir gemeinsam «Gottwärts». Unterschiede und Spannungen halten wir aus. Ja, die unsägliche Trennung halten wir aus. Wir suchen nicht billige Kompromisse, wissen wir doch, dass Einheit ein Geschenk ist, über die wir nicht verhandeln, die wir nicht «machen» oder «wiederherstellen» können. Sie ist ein Werk des göttlichen Geistes, dem wir uns öffnen wollen.

In solchem Raum kann sich sinnvolles «ökumenisches» Gespräch ereignen. Für den Katholiken scheinen mir zwei Aspekte wichtig, die miteinander zusammenhängen: Einerseits können ihn nichtkatholische Christen auf christliche Grundwahrheiten aufmerksam machen, die ureigen «katholisch» sind, innerhalb des katholischen Raumes aber verdunkelt wurden. Andererseits aber sollte er sich bewusst sein, dass er nur auf Dinge aufmerksam gemacht werden kann, die zur ursprünglichen «katholischen» Fülle des Glaubens gehören – des Glaubens, der nicht nur sein persönlicher, sondern in umfassenderem Sinne auch der Glaube der Kirche ist.

Gemeinsam «Gottwärts»: Gemeinsam hinzutreten zum Berg Zion, «zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung, die im Himmel verzeichnet sind, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler des neuen Bundes, Jesus», wie uns Paulus an diesem Sonntag in seinem Hebräerbrief zuruft. Gottwärts eben.

Freuen wir uns über dieses Geschenk!

P. Daniel Emmenegger | 30.08.2019