Gedanken zur Zeit nach Christi Himmelfahrt

02.06.2019

Die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten vermittelt uns ein sehr schönes Gottes- und Menschenbild. Christus sagt: „Ich gehe zu dem, der mich gesandt hat. Und es ist gut, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,7).

Nach seiner Himmelfahrt ist Christus für die Augen nicht mehr sichtbar. Auch wenn wir Ihn nahe wissen, müssen wir plötzlich auf eigenen Füssen stehen. Wir können uns nicht mehr auf Ihn abstützen im Sinne von: „Er wird’s schon richten!“

Christus lässt uns aber nicht allein. Es geht nicht darum, dass Er uns testen will. Seine unsichtbare Präsenz ermöglicht aber eine neue Qualität unseres glaubenden Vertrauens.

Gott traut uns zu, auf eigenen Füssen zu stehen – Wind und Wetter ausgesetzt. Es ist nicht so, dass er uns im Regen stehen lässt, nein, sein Heiliger Geist steht uns bei. Es ist nicht umsonst, dass Jesus ihn Beistand nennt.

In Zusammenarbeit mit Gottes Geist dürfen wir an Seinem Reich des Friedens und der Liebe bauen. Durch Seinen Geist können wir gar Grösseres vollbringen, weil Er wirkt.

Wenn wir einmal erfasst haben, was es heisst, in der unsichtbaren Gegenwart Christi in Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist für Gottes Reich zu leben, wird geschehen, was Jesus gesagt hat: „Dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude“ (Joh 16,22).

So wünsche ich allen das Gottes- und Menschenbild von der Zeit nach Christi Himmelfahrt. In der Freude der unsichtbaren Gegenwart Christi dürfen wir mit Leidenschaft auf den Vater hin leben.