Kloster Einsiedeln erhält den Binding Waldpreis 2011

Der 25. Waldpreis der Sophie und Karl Binding Stiftung geht an das Kloster Einsiedeln. Es erhält den mit 200’000 Franken höchstdotierten Umweltpreis der Schweiz für seine vorbildliche und über tausend jährige Pflege des Waldes.

(Dokumentarfilm und Beitrag im SF siehe weiter unten.)

Der Holzhof des Klosters ist ein moderner und beispielhafter Betrieb. Dank regionalem Holzkreislauf und naturnahem Waldbau ist er wirtschaftlich erfolgreich.
Der Umgang des Klosters Einsiedeln mit seinem Wald ist ein Musterbeispiel für die Nachhaltigkeit: verantwortungsvoller Umgang mit erneuerbaren Ressourcen, erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region. Als grösster Privatwaldbesitzer der Schweiz – das Kloster besitzt 933 Hektaren Wald in den Bezirken Einsiedeln und Höfe – ist es damit ein wichtiges Vorbild. Schon der heilige Benedikt mahnte vor gut 1500 Jahren an verschiedenen Stellen seiner Regel, dass die Ordensbrüder behutsam und sorgfältig mit jedem Besitz umgehen sollen, also auch mit dem Wald. Nach dieser Regel richtet sich die Mönchsgemeinschaft des Klosters Einsiedeln noch heute aus.

Waldbesitz als Verpflichtung

"Der Wald ist für uns ein wertvoller Lieferant von Nutz- und Brennholz. Wir dürfen diesen Lebensraum nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen opfern. Die nachhaltige Nutzung ist unser Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung", erklärt Pater Lorenz Moser, Statthalter des Klosters Einsiedeln. So pflegen und bewirtschaften die Mönche den Klosterwald bis heute naturnah und vorbildlich. Beispielsweise sind 18% der Wälder als Reservate ausgeschieden. In der über tausend jährigen Geschichte des Klosters trafen die Ordensbrüder immer wieder vorausschauende Massnahmen zum Schutz des Waldes: Als im 17. Jahrhundert immer mehr Holz nach Zürich exportiert und Wälder vernichtet wurden, kaufte das Kloster ganze Waldungen. Im 19. Jahrhundert erliess es strenge Nutzungsregeln gegen die Ausbeutung der Wälder.

Regionale Kreislaufwirtschaft

Jährlich wachsen im Klosterwald rund 6000 Kubikmeter Holz nach. Klosterförster Daniel Meyer und seine Mitarbeiter – vier Forstwarte, zwei Waldarbeiter und drei Forstwart-Lehrlinge – ernten dieses und transportieren es auf den klostereigenen Holzhof. In der betriebseigenen Sägerei werden rund zwei Drittel des Holzes für regionale Abnehmer und den Eigenbedarf eingeschnitten, beispielsweise für Balken der Kuppel der Klosterkirche. Das minderwertige Holz – rund ein Drittel des Waldholzes – und Sägereiabfälle werden für die Holzschnitzelheizung des Klosters gehäckselt. Die Heizung wärmt seit 1991 die Gebäude auf dem Klosterareal und galt damals als Pionierleistung. So erhöht sich die Wertschöpfung des Holzes und Transporte fallen weg. Mit der integrierten Holzkette – vom Wald bis zur Holzverarbeitung – zeigt das Kloster Einsiedeln, dass sich dank nachhaltiger und regionaler Lösung Gewinne erwirtschaften lassen.

Binding Waldpreis

Der Binding Waldpreis (www.binding-waldpreis.ch) ist das traditionsreichste Engagement der Sophie und Karl Binding Stiftung. Seit 25 Jahren zeichnet die Stiftung damit Waldbesitzende und Forstbetriebe aus, die beispielhafte Leistungen erbringen und ihren Wald vorbildlich und nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit nutzen und pflegen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt auf Vorschlag des Kuratoriums, einem unabhängigen Rat von Forstfachleuten. Der diesjährige Preis wird zum Thema "Waldeigentum als Verpflichtung" vergeben.

Offizielle Verleihung des Waldpreises

Am 12. Mai 2011 wird im Kultur-Casino Bern der 25. Binding Waldpreis offiziell verliehen. Im feierlichen Rahmen wird Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln die Auszeichnung entgegennehmen. Festredner ist Klaus Töpfer, ehem. Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP und früherer Umweltminister Deutschlands. An der Preisverleihung wird das Buch "Wald und Gesellschaft. Erfolgsgeschichten aus dem Schweizer Wald" von Kuratoriumsmitglied Jean Combe vorgestellt. Das Buch erscheint anlässlich des Waldpreis-Jubiläums im Stämpfli Verlag. Der Autor porträtiert alle 25 Träger des Binding Waldpreises aus heutiger Sicht. Zu jedem Porträt steht ein Exkursionsvorschlag durch die preisgekrönten Wälder. ISBN 978-3-7272-1348-9

Die UNO hat das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr des Waldes erklärt. Sie lenkt damit die Aufmerksamkeit auf eines der wichtigsten Ökosysteme weltweit. Wälder erbringen vielfältige Leistungen: Sie liefern die nachwachsende Ressource Holz und sauberes Trinkwasser, schützen vor Naturgefahren, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und dienen den Menschen zur Erholung. Die Sophie und Karl Binding Stiftung gehört zur Trägerschaft des Internationalen Jahr des Waldes.

Weitere Informationen: www.wald2011.ch

Dokumentarfilm


Gedruckt am 14.12.2017 / www.kloster-einsiedeln.ch, © 2017 kloster-einsiedeln.ch