Einsiedler Klosterfassade mit veränderter Optik

(Kloster Einsiedeln, 10. Mai 2012) Am 22. Juli 2010 hatte ein Hagelsturm die Region Einsiedeln heimgesucht und auch am Kloster Einsiedeln grosse Schäden hinterlassen, darunter die Zerstörung von 300 Fenstern an den drei hintereinander stehenden Westseiten des Klosterkomplexes. Sie wurden sofort mit Notverglasungen versehen. In diesen Wochen werden die 109 Fenster der vom Klosterplatz her sichtbaren Hauptfassade des Klosters durch neue Fenster ersetzt. Eine der bekanntesten Fassaden in der Schweiz erhält damit eine veränderte Optik.

Im Anschluss an die Zerstörung durch den Hagelsturm hat die Baukommission des Klosters nach vielen Gesprächen mit Vertretern der Denkmalpflege und weiteren Fachleuten sowie Recherchen im Stiftsarchiv einen neuen Fenstertyp vorgeschlagen: Ursprüngliche bräunliche Färbung der Fensterrahmen und Doppelverglasung, dazu Entfernung der Fensterläden.

Um sich diese Veränderung optisch vorstellen zu können, wurde eine Fotomontage erstellt. Die Klostergemeinschaft hat am 25. Juni 2011 dem vorgeschlagenen Fenstertypus und damit einem veränderten, etwas strengeren Optik zugestimmt. Diese entspricht der ursprünglichen Absicht, die aus verschiedenen Unterlagen im Stiftsarchiv ersichtlich ist: "Über einen Mittelsmann rät schon 1705 auf Anfrage ein ‚berühmter Mailänder Architekt‘ Abt Maurus und Br. Kaspar, für eine so bedeutende ‚Einsiedelei‘ (eremo) ‚ohne zu grossen Aufwand, aber mit ausgewogenen Proportionen‘ eine ‚rustikale‘ Fassade zu errichten. Sie dürfe ‚nicht verfeinert‘ aussehen, solle rustikal in Haustein aufgeführt und ‚sehr nüchtern, aber mit Geschmack ausgeschmückt werden, wie es sich für eine Einsiedelei geziemt‘. Der Hauptakzent solle auf ‚zwei wohlgegliederten Türmen‘ liegen. Ausserdem möge ein ‚breiter Treppen-Aufgang‘ geschaffen und der ‚edle Brunnen‘, wenn möglich, in die Mitte des Platzes versetzt werden" (Georg Holzherr, Einsiedeln. Kloster und Kirche Unserer Lieben Frau. München 22006. 50). Die Klosterfassade soll in Zukunft einheitlicher wirken und noch eindrücklicher.

Seit letzter Woche werden die Fenster ersetzt. Diese Arbeiten sollen in der ersten Hälfte des Monats Juni 2012 abgeschlossen sein. Anschliessend werden mittels einer fahrbaren Hebebühne an zwei Tagen alle Fensterläden entfernt. Die Läden bleiben bis dahin, weil sie bei Niederschlägen für die Montagearbeiten einen guten Zweck erfüllen.

Die Fenster haben in Zukunft den gleichen Farbton wie die Eingänge in die Klosterkirche. Dank der Doppelverglasung ist der Energieverlust viel geringer und die aufwändigen Arbeiten mit den Vorfenstern jeweils im Frühling und im Herbst entfallen. Ohne Fensterläden - sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts angebracht - sieht die Fassade wieder so aus, wie sie Einsiedlerinnen und Einsiedlern von der Flaschenetikette des ortseigenen Biers vertraut ist!

 


Für weitere Auskünfte: Informationsdienst Kloster Einsiedeln, P. Alois Kurmann, CH-8840 Einsiedeln, Tel. 055 418 63 36; infokloster-einsiedeln.ch

10. Mai 2012 / Informationsdienst Kloster Einsiedeln. www.kloster-einsiedeln.ch


Gedruckt am 14.12.2017 / www.kloster-einsiedeln.ch, © 2017 kloster-einsiedeln.ch