Gotteswort

14. Dezember 2017


Donnerstag der 2. Adventswoche

Die erste Lesung widerspricht einem heute verbreiteten hoffnungsarmen „Realismus“. Wenn Gott in unsere Welt kommt, kann möglich werden, was unsere Vorstellungen und Erwartungen übertrifft. Das Evangelium spricht von Menschen, die sich mit ganzer Kraft für die Sache Gottes einsetzen, weit über das landesübliche Mass hinaus.

Hl. Johannes vom Kreuz (G)

Ordenspriester, Kirchenlehrer

Johannes vom Kreuz: ein hochbegabter Mystiker, hat mit der heiligen Theresia zusammen den Orden der Karmeliter reformiert. Er musste viel leiden, nicht zuletzt innerhalb des Ordens selber. – Die Karmeliter betrachten irgendwie den Propheten Elija, vom Berg Karmel, als ihren Stammvater. So passt es gut, wenn im Wortgottesdienst der Prophet Elija auftritt. Auch Johannes ist Prophet. Jesus selber wird als „der grosse Prophet“ erwartet. – Wir müssen uns von den Propheten, das sind die „Wortführer Gottes“ etwas sagen lassen.

Kyrie

Herr Jesus Christus,
– du bist der Menschensohn. Herr, erbarme dich unser.
– Du bist der grosse Prophet. Christus, erbarme dich unser.
– Du kommst, um alles wieder her zu stellen. Herr, erbarme dich unser.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, du hast dem heiligen Johannes vom Kreuz ein grosses Verlangen geschenkt, sich selbst zu verleugnen und Christus nachzufolgen. Gib, dass auch wir im Kreuz unser Heil erkennen und durch das Kreuz die Gnade erlangen, deine Herrlichkeit zu schauen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

1. Lesung

Jes 41,13–20

Keine Zukunftsangst

Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich werde dir helfen. Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, du Würmlein Israel! Ich selber werde dir helfen – Spruch des Herrn. Der Heilige Israels löst dich aus.

Zu einem Dreschschlitten mache ich dich, zu einem neuen Schlitten mit vielen Schneiden. Berge wirst du dreschen und sie zermalmen, und Hügel machst du zu Spreu. Du worfelst sie, und es verweht sie der Wind, es zerstreut sie der Sturm. Du aber jubelst über den Herrn, du rühmst dich des Heiligen Israels.

Die Elenden und Armen suchen Wasser, doch es ist keines da; ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der Herr, will sie erhören, ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht. Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen und Quellen inmitten der Täler. Ich mache die Wüste zum Teich und das ausgetrocknete Land zur Oase.In der Wüste pflanze ich Zedern, Akazien, Ölbäume und Myrten. In der Steppe setze ich Zypressen, Platanen und auch Eschen.

Dann werden alle sehen und erkennen, begreifen und verstehen, dass die Hand des Herrn das alles gemacht hat, dass der Heilige Israels es erschaffen hat.

Fürchte dich nicht!

Israel im Exil ist zwar nur ein elendes „Würmlein“. Doch Gott sorgt sich um sein Volk. Er spricht zu ihm durch Propheten. Nicht Israel, sondern die Feindmächte werden sich fürchten müssen, weil sie auf Härte stossen (Dreschschlitten!). Wie Gott seinem Volk beim Auszug aus Ägypten beistand, so wird er wieder helfen. Wie Gott damals das verdurstende Volk durch ein Wasserwunder rettete, so wird es wieder geschehen. Israel ist und bleibt das Volk Gottes. Gott bleibt sich selber treu.

Antwortspalm

Psalm 145,1.9–13


R: Gnädig und barmherzig ist der Herr, voll Langmut und reich an Gnade.


Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Sie sollen den Menschen
deine machtvollen Taten verkünden
und den herrlichen Glanz des Königtums.
Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten,
deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor. Halleluja, Halleluja.

Evangelium

Mt 11,7b.11–15

Jesus über Johannes den Täufer

Jesus begann zu der Menge über Johannes zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen grösseren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist grösser als er.

Seit den Tagen Johannes' des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reissen es an sich.

Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz (über diese Dinge) geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll.

Wer Ohren hat, der höre!

Ein Prophet wie Elija

Jesus rühmt seinen Vorläufer Johannes. Auch wenn er noch zur Zeit der Vorbereitung gehört, ist er doch grösser als die alten Propheten. Dies nicht wegen persönlicher Eigenschaften, sondern wegen seiner Aufgabe an der Wende zur Endzeit. Johannes gleicht dem feurigen Elija, der für Jahwe eiferte und deswegen Härte zeigte. Dass das Volk wieder einen Elija brauchen werde, war zur Zeit Jesu eine verbreitete Überzeugung. Jesus stimmt zu. Propheten müssen ihre Botschaft mit Starkmut verkünden. Dass sie dafür zahlen müssen, ist keine Frage. Ob sie gehört werden, hängt von den Zuhörern ab. Dies gilt auch für uns.

Fürbitten

Jesus Christus, der für uns am Kreuz starb, wollen wir bitten:

  • Mach allen Gläubigen bewusst, dass sie in deiner Nachfolge ihr Kreuz tragen sollen.
  • Lass die Völker Europas im Zeichen des Kreuzes zueinander finden.
  • Gib allen Mut, die von anderen grundlos abgelehnt werden.
  • Lehre uns, im Schweigen deine Stimme zu hören.

Herr, unser Gott, zu unserem Heil hat dein Sohn das Kreuz getragen. Gib, dass wir in seiner Nachfolge ausharren, durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast im Leben des heiligen Johannes das Geheimnis des Kreuzes aufleuchten lassen. Stärke uns durch das Opfer, das wir gefeiert haben, damit wir in der Nachfolge Christi ausharren und in deiner Kirche zum Heil der Menschen wirken. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


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