Gotteswort

9. Dezember 2017


Samstag der 1. Adventswoche

Heute wird uns Gott in der 1. Lesung als Lehrer vorgestellt, ebenso Jesus im Evangelium. Nicht jeder Lehrer ist seiner Aufgabe voll gewachsen. Doch wir erwarten die Erfüllung unserer Hoffnung. Wir warten auf sichere Führung auf unserem Weg.

Hl. Johannes Didacus Cuauhtlatoatzin (g)

Glaubenszeuge

Johannes Didacus Cuauhtlatoatzin vom Volk der Chichimecca empfing 1524 die Taufe und erhielt dabei den Namen Juan Diego. Am 9. Dezember 1531 erschien ihm das erste Mal die Gottesmutter Maria auf einem Hügel nahe Mexiko–Stadt mit dem Auftrag: „Ich bin die Jungfrau Maria, sag dem Bischof, er soll mir hier eine Kirche bauen.“ Noch 1531 wurde an dieser Stelle eine Kapelle errichtet und darin das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Guadalupe aufgestellt. Juan Diego lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1548 in dieser Kapelle als Büsser und Beter. Papst Johannes Paul II. hat ihn 2002 in Mexiko als ersten Ureinwohner Lateinamerikas heiliggesprochen.

Kyrie

Christus, du heilst unsere Krankheiten und Gebrechen. Herr, erbarme dich.
Du hast Mitleid mit den Müden und Erschöpften. Christus, erbarme dich.
Du bist der gute Hirt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt, um die Menschen aus der alten Knechtschaft zu erlösen. Schenke allen, die auf deine Hilfe warten, die Freiheit des neuen Lebens. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 30,19–21.23–26

Trostworte für das Volk

Ja, du Volk auf dem Berg Zion, das in Jerusalem wohnt, du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört.

Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer sehen, deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet.

Dann spendet er Regen für die Saat, die du auf den Acker gesät hast. Das Korn, das auf dem Acker heranreift, wird üppig und fett sein. Auf weiten Wiesen weidet dein Vieh an jenem Tag. Die Rinder und Esel, die dir bei der Feldarbeit helfen, bekommen würziges Futter zu fressen, das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat. Auf allen hohen Bergen und stattlichen Hügeln gibt es Bäche voll Wasser am Tag des grossen Mordens, wenn die Türme einstürzen.

Zu der Zeit, wenn der Herr die Leiden seines Volkes heilt und seine Wunden verbindet, wird das Licht des Mondes so hell sein wie das Licht der Sonne und das Licht der Sonne wird siebenmal so stark sein wie das Licht von sieben Tagen.

Ein Lehrer weist den Weg

Welches ist für die Heimkehrer aus dem Exil der rechte Weg? Jesaja hat zuvor vor einem blinden Vertrauen in die Bündnispolitik mit Ägypten und in Pseudopropheten gewarnt. Das Volk soll vielmehr zu Gott rufen. Dann wird ihm Gott selber als Lehrer den Weg in eine lichtvolle Zukunft weisen. Wenn so ein neues Volk ersteht, wird auch seine Umwelt neu und besser werden. – Durch die Menschwerdung Gottes in der Person Jesu Christi und durch seine Auferstehung von den Toten wird es im Ansatz zu einer Neuschöpfung der Menschenwelt kommen. Wir sollten voll auf diesen Weg des Herrn einspuren.

Antwortspalm

Psalm 147: 1–6


R: Selig die Menschen, die auf den Herrn warten.


Gut ist es, unserm Gott zu singen;
schön ist es, ihn zu loben.
Der Herr baut Jerusalem wieder auf,
er sammelt die Versprengten Israels.

Er heilt die gebrochenen Herzen
und verbindet ihre schmerzenden Wunden.
Er bestimmt die Zahl der Sterne
und ruft sie alle mit Namen.

Gross ist unser Herr und gewaltig an Kraft,
unermesslich ist seine Weisheit.
Der Herr hilft den Gebeugten auf
und erniedrigt die Frevler.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Der Herr ist unser Richter, der Herr gibt uns Gesetze; der Herr ist unser König, er wird uns retten. Halleluja.

Evangelium

Mt 9,35–10,1.6–8

Die Grösse der Ernte – die Sendung der Zwölf

Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden.

Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist gross, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Er gebot ihnen: Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Jesus unterwegs als Lehrer

Die jüdischen Rabbiner verliessen ihr Lehrhaus kaum. Jesus aber geht als Lehrer, zusammen mit einem Kreis von Jüngern auf die Strassen. Er geht als Wanderlehrer zu den Menschen, besonders zu den Ärmsten. Er verlangt kein Schulgeld. Ganz im Gegenteil, er will voll Mitgefühl ganzheitlich helfen. Er heilt Leib und Seele. Dafür möchte er auch Mitarbeiter am Werk sehen. Er schickt sie gemeinsam aus, nicht als Einzelgänger. – In Jesus erfüllt sich die messianische Hoffnung auf den Beistand eines gottgesandten Lehrers und damit der Anfang einer neuen Zeit, an der die Glaubenden mitarbeiten sollten.

Fürbitten

Christus, Heiland und Lehrer der Menschen:

  • Wecke neue Kräfte für die Arbeit in deiner Ernte.
  • Lehre die Menschen einen neuen Weg im Umgang miteinander und mit der Umwelt.
  • Zeige dich dem Volk Israel als der verheissene Messias.
  • Schenke uns, unsern Angehörigen, Freunden und Wohltätern neue Kraft.

Christus, Heiland und Lehrer, heile uns von allen Schwächen und führe uns auf dem Weg in die ewige Heimat. Im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, komm durch dieses heilige Mahl uns schwachen Menschen zu Hilfe. Reinige uns von Schuld und mache uns bereit für das kommende Fest. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


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