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Feierliche Profess von Fr. Philipp Steiner

Komm, Sohn, höre mir zu!

Am vergangenen Sonntag, 15. Juli, der Äusseren Feier des Festes Unserer Lieben Frau von Einsiedeln erlebte die Einsiedler Klostergemeinschaft einen besonderen Freudentag, legte denn Frater Philipp Steiner während des feierlichen Pontifikalamtes seine Feierliche Profess ab. Der 26-jährige Brunner gelobte damit nach einer klösterlichen Probezeit von fünf Jahren vor Gott, seinen Mitbrüdern und einer grossen Schar von anwesenden Gläubigen, sein ganzes weiteres Leben nach der Regel des heiligen Benedikt in der Klostergemeinschaft von Einsiedeln zu verbringen.

"Suscipe me, Domine, secundum eloquium tuum et vivam, et ne confundas me ab expectatione mea" (Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in meiner Hoffnung niemals scheitern). Dieser aus Psalm 119 und der Benediktsregel entnommene Vers, den Frater Philipp mit sicherer Stimme drei Male vor dem Altar sang, stellte eines der zentralen Elemente der sonntäglichen Professfeier dar. Der junge Mönch gab damit seinem hoffenden Vertrauen auf Gott Ausdruck, auf dessen Wegen zu wandeln und den ein Leben lang zu suchen er an diesem grossen Festtag gelobte.

Der eigentliche Professakt hatte dabei bereits nach der Festpredigt von Pater Aaron Brunner über unsere aller Erwählung zu Freundinnen und Freunden Gottes begonnen, als Abt Martin Werlen Frater Philipp mit dem dreimaligen lateinischen Ruf "Komm, Sohn, höre mir zu; ich will dich die Furcht des Herrn lehren" immer näher zu sich rief. Anschliessend las der Profitent die auf Pergament handgeschriebene Professurkunde vor, bevor er sie auf den grossen Altar hinter dem Chorgitter niederlegte. Der mit Hunderten von anwesenden Gläubigen gefüllte Kirchenraum – in den vordersten Bänken sassen dabei natürlich seine engsten Familienangehörigen – war während diesen Minuten so ehrfürchtig still, dass man eine Nadel auf den Boden hätte fallen hören können.

Ebenso eindrücklich war das folgende Segensgebet des Abtes über Frater Philipp, der ausgestreckt vor ihm auf dem Boden lag. Anschliessend bekam er vom Vorsteher der Klostergemeinschaft das Stundenbuch überreicht, das ihn stets an die von ihm übernommene Aufgabe erinnern soll, zusammen mit der Kirche auf dem ganzen Erdkreis Gott lobend zu ehren, bevor er mit dem festlichen Mönchsgewand, dem sogenannten Flock, bekleidet wurde.

Bereits vor dieser Zeremonie hatten sich seine Mitbrüder in einem Halbkreis um den jungen Mann versammelt, um ihn anschliessend einzeln mit einer herzlichen Umarmung und ein paar von Freude erfüllten Worten endgültig in den Kreis der Klostergemeinschaft aufzunehmen. Ihnen allen war dabei deutlich die strahlende Freude über diesen grossen Tag ins Gesicht geschrieben; und viele von ihnen erinnerten sich dabei sicherlich nicht nur an ihre eigene Profess, sondern vergassen in diesem Moment wohl auch, dass es nun wegen ausbleibenden Nachwuchses mindestens fünf Jahre dauern wird, bis wieder ein solch freudiges Fest gefeiert werden kann. Dieses wurde dann nach dem Gottesdienst natürlich ausgiebig begannen: Nach einem Apéro mit den geladenen Gästen führte denn der glückliche Neuprofesse seine engste Familie und Freunde zum festlichen Mittagstisch, bevor am frühen Nachmittag ein Konzert auf zwei Orgeln die unvergessliche Feier beschloss.