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9. August - Hl. Theresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein)

Edith Stein, Tochter eines Holzhändlerpaares, wuchs in einer geistig regen, jüdische Bräuche streng einhaltenden Familie auf. Sie machte das Doktorat in Philosophie und war Assistentin von Edmund Husserl. Nach dem Übertritt in die katholische Kirche wirkte sie als Lehrerin, Dozentin und Schrifstellerin. Sie verband die scholastische Philosophie mit der Phänomenologie von Husserl und befasste sich mit aktuellen Fragen (Stellung der Frau!). Die Mystik des heiligen Johannes vom Kreuz und die benediktinische Spiritualität (Beuron!) bedeuteten ihr viel. Mit über 40 Jahren trat sie in den Karmel von Köln ein, von dem sie wegen der Nazis nach dem Karmel von Echt in Holland wechselte. Der Wechsel in ein Schweizer Kloster unterblieb wegen bürokratischer Langsamkeit. Nach einem Protest der holländischen Bischöfe gegen den Rassismus der Nazis wurde sie von Hitlers Schergen nach Auschwitz verschleppt und vergast. + 1942.

Zum Fest der heiligen Edith Stein wurden Lesungen ausgewählt, welche die hohe Wertschätzung für den Glauben der Väter des Volkes Israel zum Ausdruck bringen und die zu einer tiefen Spiritualität hinführen.

Kyrie

Christus, Sohn des Volkes Israel. Herr, erbarme dich.
Sohn Davids. Christus, erbarme dich.
Sohn Marias von Nazaret. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott unserer Väter, du hast die heilige Märtyrin Teresia Benedicta zur Erkenntnis deines gekreuzigten Sohnes geführt und in seine Nachfolge bis zum Tod gerufen. Auf ihre Fürsprache lass alle Menschen im Gekreuzigten den Erlöser erkennen und durch ihn zur Schau deiner Herrlichkeit gelangen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Est 4,17k-m.r-t
Gebet der Esther
Auch die Königin Ester wurde von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn. Sie legte ihre prächtigen Gewänder ab und zog die Kleider der Notzeit und Trauer an. Statt der kostbaren Salben tat sie Asche und Staub auf ihr Haupt, vernachlässigte ihren Körper, und wo sie sonst ihren prunkvollen Schmuck trug, hingen jetzt ihre Haare in Strähnen herab. Und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels: Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin allein und habe keinen Helfer ausser dir; die Gefahr steht greifbar vor mir. Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest.

Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte! Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet. Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand ausser dir, o Herr!

Ein Gebet des jüdischen Volks
Dieses Gebet des jüdischen Volkes wird am Purimfest verrichtet. Es wird in dieser Erzählung Esther in den Mund gelegt (und so blieb der Text erhalten). Da Volk war im Exil nicht immer treu und befindet sich jetzt in Lebensgefahr. Es bleibt ihm die Hoffnung, dass das Gebet einer wahrhaft glaubenden Frau von Gott erhört wird. Dem äusseren Erscheinungsbild nach gibt Esther das höfische Leben auf und identifiziert sich mit dem armen Volk. Sie betet als eine Mittlerin zwischen Gott und Volk. (vgl. Stuttgarter AT)

Antwortpsalm

Psalm 33,2-9

R: Der Herr ist allen nahe, die ihn fürchten.

Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.

Der Engel des Herrn umschirmt alle,
die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh 4,24) Halleluja.

Evangelium

Joh 4,19-24
Am Jakobsbrunnen
Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Aus dem Gespräch am Jakobsbrunnen
Jesus scheut das Gespräch mit der Samariterin nicht. Er hat sie am Brunnen soweit geführt, dass sie in ihm mehr zu sehen beginnt als einen Wasserverkäufer und mehr als einen Wahrsager. Nun erklärt er ihr auch, dass die in Israel oder in Samarien übliche religiöse Praxis nach einer Seele ruft, nämlich nach der wahren, vom Vater geschenkten "Spiritualität", also nach der Führung durch den Geist Gottes. Ihn offenbart Jesus.

Fürbitten

Christus, Edith Stein hat dich, wie die Frau am Jakobsbrunnen, als Messias erkannt. Wir bitten:

- Für alle Menschen guten Willens: Begleite sie auf der Suche nach der Wahrheit.
- Für Obdachlose und Flüchtlinge: Schenke ihnen eine Heimat.
- Für die Opfer von Rassismus oder Terror: Heile die leiblichen und seelischen Wunden.
- Für die Frauen: Gib, dass ihre Würde voll anerkannt wird.

Gott, lass alle Menschen erkennen, dass sie deine Kinder sind. So bitten wir durch deinen Sohn, Christus, unsern Herrn. HG III

Schlussgebet

Gott, unser Vater, du hast uns mit dem Brot des Lebens genährt und erfreut. Gib, dass wir, nach dem Beispiel der heiligen Märtyrin Theresia Benedicta, unsere Seele von der gekreuzigten Liebe deines Sohnes prägen lassen, damit wir als Frucht deinen Frieden erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.