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26. Juni - Dienstag der 12. Woche im Jahreskreis

Welchen Weg kann ich einschlagen? Welche Tür steht mir offen? So wird nicht nur vor der Wahl der Schulrichtung, vor der Berufswahl oder vor der Stellensuche gefragt. Heute steht – in der ersten Lesung – ein König vor einem Dilemma und muss sich entscheiden. Im Evangelium nimmt Jesus das Motiv der Tür und der zwei Wege auf und öffnet uns einen Blick in die Tiefe seiner Gesinnung.

Kyrie

Herr Jesus Christus, du lehrst, andern Gutes zu tun. Herr, erbarme dich.
Du bist die Tür zum Leben. Christus, erbarme dich.
Du bist der Weg zum Leben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Verborgener Gott. Du lässt uns Menschen gewähren, du wartest und greifst nicht ein. Du gibst uns Zeit, du öffnest uns Wege, du redest zu uns in Langmut und Liebe. Wir danken dir für deine Geduld. Bring uns heute zur Besinnung. Mache uns offen für dich. Lass die ganze verlorene Menschheit hinfinden zu dir. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Lesung

2 Kön 19,9b-11.14-21.31-35a.36
Ultimatum für Jerusalem - Rettung
Sanherib, der König von Assur, schickte wiederum Boten zu Hiskija mit dem Auftrag: So sollt ihr zu Hiskija, dem König von Juda, sagen: Lass dir nicht von deinem Gott, auf den du vertraust, einreden, Jerusalem werde dem König von Assur nicht in die Hände fallen. Du hast doch gehört, was die Könige von Assur mit allen anderen Ländern gemacht haben. Sie haben sie dem Untergang geweiht. Und du meinst, du wirst gerettet?

Hiskija nahm das Schreiben von den Boten in Empfang und las es. Dann ging er zum Haus des Herrn hinauf, breitete das Schreiben vor dem Herrn aus und betete vor dem Herrn; er sagte: Herr, Gott Israels, der über den Kerubim thront, du allein bist der Gott aller Reiche der Erde. Du hast den Himmel und die Erde gemacht. Wende mir dein Ohr zu, Herr, und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her! Hör alles, was Sanherib sagt, der seinen Boten hergesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen. Es ist wahr, Herr, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet, ihre Länder verwüstet und ihre Götter ins Feuer geworfen. Aber das waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, aus Holz und Stein; darum konnte man sie vernichten. Nun aber, Herr, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Reiche der Erde erkennen, dass du, Jahwe, Gott bist, du allein.

Jesaja, der Sohn des Amoz, schickte zu Hiskija (einen Boten) und liess ihm sagen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe gehört, wie du wegen des Königs Sanherib von Assur zu mir gebetet hast. Das ist das Wort des Herrn gegen ihn: Dich verachtet, dich verspottet die Jungfrau, die Tochter Zion. Die Tochter Jerusalem schüttelt spöttisch den Kopf über dich.

Denn von Jerusalem wird ein Rest ausziehen, vom Berg Zion ziehen die Geretteten hinaus. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn wird das vollbringen. Darum - so spricht der Herr über den König von Assur: Er wird nicht in diese Stadt eindringen; er wird keinen einzigen Pfeil hineinschiessen, er wird nicht unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen und keinen Damm gegen sie aufschütten. Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, wird er wieder zurückkehren. Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen - Spruch des Herrn. Ich werde diese Stadt beschützen und retten, um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.

In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie alle als Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assur, auf und kehrte in sein Land zurück. Er blieb in Ninive.

Zeichen lesen
König Hiskija, unterstützt vom Propheten Jesaija, leistet Widerstand gegen den übermächtigen König von Assur. Die Lage scheint aussichtslos. Hiskija wendet sich im Gebet an Gott. Plötzlich ziehen die Feinde ab. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot erklärt, dass im Lager eine Seuche ausgebrochen war. Der biblische Geschichtsschreiber erklärt, "ein Engel des Herrn" habe abertausend Feinde erschlagen. – Unsere Erklärungen sollten nicht voreilig sein. Aber wir dürfen in der Geschichte die Zeichen Gottes lesen.

Antwortpsalm

Psalm 48,2-4.10-11

R: Gott lässt seine Stadt auf ewig bestehen.

Gross ist der Herr und hoch zu preisen
in der Stadt unseres Gottes.
Sein heiliger Berg ragt schön empor;
er ist die Freude der ganzen Welt.

Der Berg Zion liegt weit im Norden;
er ist die Stadt des grossen Königs.
Gott ist in ihren Häusern bekannt
als ein sicherer Schutz.

Über deine Huld, o Gott, denken wir nach
in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm
bis an das Ende der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun. Das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört (vgl. 1 Thes 5,15.18) Halleluja.

Evangelium

Mt 7,6.12-14
Drei Weisungen
Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füssen zertreten und sich umwenden und euch zerreissen.
Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.

Drei Jesus-Worte
1. Das Heilige nicht preisgeben. Geheimnisse des Glaubens nicht der Verachtung oder dem Spott überlassen!
2. Die "goldene Regel". Sie ist hier positiv gefasst. Selber tun, was man erwartet.
3. Durch das enge Tor und auf dem schmalen Weg gehen. Bei Lukas steht das Tor am Ende des Weges als Eingang zum Festsaal; es ist zu durchschreiten, bevor geschlossen wird. Bei Matthäus dagegen steht das Tor am Anfang des Weges. Es gilt zu wählen, den wahren Weg einzuschlagen und die "goldene Regel" des Hauptgebotes zu praktizieren.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du selber bist der wahre Weg zum Leben.

- Du hast uns durch Tod und Auferstehung erlöst: Vertiefe unseren Glauben an dein österliches Geheimnis.
- Du hast die Armen, Kranken und Sünder geliebt: Wecke unter deinen Jüngern uneigennützige Hilfsbereitschaft gegen ihre Nächsten.
- Du öffnest das Tor zum Leben: Schenke allen, die nach dem Sinn ihres Weges fragen, das Leben in Fülle.
- Du warnst vor breiten Wegen ins Nichts: Mache Eltern und Erzieher zu Vorbildern eines guten Weges.

Heiliger Gott, du hast uns eingeladen, auf deine Vatergüte zu vertrauen. Höre auf unser Gebet und erhöre uns in jeder Not. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn. HG-CH (alt): II

Schlussgebet

Gütiger Gott, du hast uns durch den Leib und das Blut Christi gestärkt. Gib, dass wir niemals verlieren, was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.