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10. Juni - 10. Sonntag im Jahreskreis

Es gibt das Böse, und es gibt den Bösen. Die Geschichte der Menschheit ist der Beweis dafür. Jesus hat mit dem Bösen gerechnet, er ist ihm in vielfacher Gestalt begegnet: dem Dämon der Stummheit, der Unreinheit, der Lüge, des Hasses. Auch wir tun gut daran, mit ihm zu rechnen, auch wenn er in unserem Jahrhundert andere Gestalten annimmt. Wir wissen aber, dass Jesus der Stärkere ist. (aus dem Schott)

Kyrie

Christus, du hast Mitleid mit leidenden Menschen. Herr, erbarme dich.
Du rufst vom Tod zurück ins Leben. Christus, erbarme dich.
Durch dich hat Gott seinem Volk Gnade erwiesen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, unser Vater, alles Gute kommt allein von dir. Schenke uns deinen Geist, damit wir erkennen, was recht ist, und es mit deiner Hilfe auch tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

1. Lesung

Gen 3,9-15
Der Fall des Menschen
Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben und so habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt und so habe ich gegessen. Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.
Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Sieg über die Schlange
Paulus nennt Christus den neuen Adam. Maria wird schon von Irenäus (um 200) "neue Eva" genannt. So wird heute der Bericht über den Sündenfall als Prophetie gelesen. Gott hat Feindschaft gesetzt zwischen dem Menschen und dem Bösen (Symbol: Schlange), dies in allen Generationen. Die Erlösung geschieht, wenn der Mensch, der Nachkomme der Frau, das Böse besiegt. Christus hat dieses Erlösungswerk am Kreuz vollzogen. Maria wurde erwählt, indem sie gleichsam in die Erlösungsgnade hineingeboren wurde.

Antwortpsalm

Ps 130 (129), 1-2.3-4.5-6b.6c-7a u. 8 (R: 7bc)

R: Beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle.

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,
achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen
soll Israel harren auf den Herrn.
Ja, er wird Israel erlösen
von all seinen Sünden.

2. Lesung

2 Kor 4,13-5,1
Wir glauben, darum reden wir
Brüder! Wir haben den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heisst: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben, und darum reden wir. Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sein Angesicht stellen wird. Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre. Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äusserer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert. Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in masslosem Übermass ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.

Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

Die Seele des apostolischen Dienstes ist der Glaube. Weil er an Jesus, den Auferstandenen, glaubt, verbraucht der Apostel sein Leben im Dienst der Verkündigung. Sein Glaube ist Liebe zu Christus und Liebe zu den Menschen, denen er das Licht Christi bringen will. Und sein Glaube ist Hoffnung: Warten auf die Begegnung mit Christus und die Offenbarung seiner Herrlichkeit. (aus dem Schott)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen. Und wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen. Halleluja.
 

Evangelium

Mk 3, 20-35
Das Reich des Satans hat keinen Bestand
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebub besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.

Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.

Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und liessen ihn herausrufen. Es sassen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draussen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsassen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Evangelium ist von den Angehörigen Jesu die Rede; im Schlussteil des Abschnitts werden seine Mutter und seine "Brüder" (seine Verwandten) genannt. Das Auftreten Jesu macht ihnen Kummer, sie verstehen ihn nicht mehr. Die Schriftgelehrten aus Jerusalem aber sagen, er sei vom Teufel besessen. Ihnen sagt Jesus in verhüllter Rede, dass er mächtiger ist als der Widersacher. Seinen Angehörigen aber versucht er zu erklären, wer seine wahren Verwandten sind: nicht die "draußen", sondern die Freunde und Jünger an seinem Tisch. Sie hören sein Wort und halten ihm die Treue; Jesus ist ihnen Freund und Bruder geworden.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, die heilende Kraft dieses Sakramentes befreie uns von allem verkehrten Streben und führe uns auf den rechten Weg.Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.