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Musikbibliothek

Im Kloster befindet sich die grösste private Musikbibliothek der Schweiz. Sie ist eine Unterabteilung der Stiftsbibliothek, besteht aus etwa 50'000 Titeln (gedruckte und handschriftliche Musikalien, Theoretica und Zeitschriften) aus der Zeit nach 1500. Die älteren "Musicalia" (u.a. der Codex 121 aus dem späten 10. Jahrhundert) befinden sich in der Stiftsbibliothek.

 
 

Fünf Schwerpunkte der Sammlung

  • Musikalien von klostereigenen Komponisten. Unter den Mönchen fanden und finden sich bis heute immer wieder namhafte Komponisten (u.a. Justus Burach, Markus Zech, Marian Müller, Anselm Schubiger, Basil Breitenbach, Otto Rehm, Oswald Jaeggi, Daniel Meier, Theo Flury)
  • Musikalien aus Oberitalien. Das Kloster Einsiedeln führte von 1675-1852 in Bellinzona eine kleine Schule. Über diese Filiale im Tessin floss ein gewaltiger Musik-Strom aus dem oberitalienischen Raum nach Einsiedeln (u.a. Fioroni, Sarti, Sammartini, Anfossi, Cossoni, Valle, Chiesa, Piazza, Mayr, Verdi, Rossini, Lotti, Galuppi, Porpora, Jomelli, Cimarosa, Salieri, Monza, Zingarelli, Galimberti.) Ein besonders wertvolles Kulturgut bilden die Musikalien von Johann Christian Bach. In der Musikbibliothek befinden sich 62 Werke des jüngsten Bach-Sohnes in Abschriften aus dem 18. Jahrhundert. Da die Autographe im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, sind die Einsiedler Handschriften die ältesten Quellen.
  • Musikalien aus Salzburg. Dank intensiver Beziehungen zwischen Einsiedeln und Salzburg mit seiner Benediktineruniversität und seinen zwei Benediktinerklöstern kamen auch sehr viele Musikalien aus der Mozartstadt nach Einsiedeln (u.a. Biber, Hofer, Eberlin, Michael und Joseph Haydn, Mozart, Pleyel, Neukomm, Adlgasser, Diabelli, Weber, Caldara). Ein besonders wertvolles Juwel ist das autographe Skizzenblatt von Mozart, das P. Gall Morel im Jahre 1856 in Augsburg erworben hatte. Es handelt sich um die Skizze zum zweiten Satz der Pariser-Sinfonie KV 300a/297.
  • Musikalien aus aufgehoben Klöstern. Im frühen 19. Jahrhundert kauften P. Gall Morel und andere Einsiedler Mönche sehr viele Musikalien aus aufgehobenen Klöstern (u.a. Weingarten, Ebersmünster, Petershausen).
  • Musikalien aus Vermächtnissen und Schenkungen (u.a. Robert Lucas Pearsall, Johann Evangelist Habert.)

Inventarisierung

Die Musikalien vor 1800 sind in den letzten Jahrzehnten durch das RISM (Répertoire International des Sources Musicales) wissenschaftlich erfasst worden. Die über 5000 Handschriften vor 1800 (weitaus der grösste Bestand in der Schweiz, weltweit der siebtgrösste) sind in einem Katalog greifbar. Über CD-ROM und Internet sind die handschriftlichen Bestände zudem durch das RISM der musikalischen Praxis und der musikwissenschaftlichen Forschung weltweit zugänglich gemacht. Die über 2000 Drucke vor 1800 sind ebenfalls in einem Katalog und im RISM-Lexikon (Drucke vor 1800) greifbar. Gegenwärtig werden die Bestände nach 1800 im Zusammenhang mit zwei Projekten inventarisiert. Die Arbeitsstelle Schweiz des RISM erstellt ein Repertorium von etwa 50 ausgewählten Schweizer Komponisten des 19. Jahrhunderts. Das Projekt wurde mit der Erfassung der Musikalien von P. Anselm Schubiger gestartet. Dank grosszügiger Unterstützung durch die UBS-Kulturstiftung ist ein weiteres, noch umfangreicheres Projekt angelaufen: die Erfassung der Musikalien sämtlicher Schweizer Komponisten des 19. Jahrhunderts in der Musikbibliothek des Klosters Einsiedeln

www.rism-ch.org

 
Weitere Informationen

Musikbibliothek
P. Lukas Helg OSB
Kloster Einsiedeln
8840 Einsiedeln
Tel. +41 (0)55 418 65 49
p.lukaskloster-einsiedeln.ch