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Gotteswort

7. Januar 2018


Taufe des Herrn

Im Advent haben wir mit dem Propheten gebetet: „O Heiland, reiss denHimmel auf!“. Heute öffnet sich der Himmel über Jesus der sich am Jordan mit den Sündern solidarisiert. Der Heilige Geist kommt über ihn und rüstet ihn aus für seine Sendung.

Kyrie

Christus, über dir stand der Himmel offen. Herr, erbarme dich.
Über dir schwebte der Heilige Geist. Christus, erbarme dich.
Über dir ertönte die Stimme des Vaters: Du bist mein geliebter Sohn. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab und du hast ihn als deinen geliebten Sohn offenbart. Gib, dass auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wieder geboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 42,5a.1–4.6–7

Der Knecht Gottes und seine Sendung

So spricht der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.

Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Strasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.

Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Der Gottesknecht

Dieses „Lied vom Gottesknecht“ wurde geschrieben, als die Juden im babylonischen Exil, unter kulturell verschiedenen Völkern lebten. Hier begannen sie den Plan Gottes zu verstehen: Israel ist als Knecht Gottes erwählt, Licht zu sein für die Heiden. Von Gottes Geist belebt, wird Israel Recht schaffen, besonders für die Unterdrückten. Es wird diese Aufgabe nicht lautstark oder gewaltsam erfüllen. – Die Christen sahen diese Vision in Jesus verwirklicht. (Frisque)

Antwortspalm

Psalm 29,1–4.9–10


R: Der Herr segne sein Volk mit Frieden.


Bringt dar dem Herrn, ihr Himmlischen,
bringt dar dem Herrn Lob und Ehre!
Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens,
werft euch nieder vor dem Herrn in heiligem Schmuck!

Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern.
der Herr über gewaltigen Wassern.
Die Stimme des Herrn ertönt mit Macht,
die Stimme des Herrn voll Majestät.

Der Gott der Herrlichkeit donnert
und reisst ganze Wälder kahl.
Der Herr thront über der Flut,
der Herr thront als König in Ewigkeit.

2. Lesung

Apg 10,34–38

Die Predigt des Petrus

Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.

Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus; dieser ist der Herr aller.

Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

Eine Predigt des Petrus in Kurzfassung

So wurde in der Zeit der Apostel gepredigt. Jesus ist Gottes Wort für alle Menschen, nicht nur für die Juden. Er wurde mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt. Er, dessen Leben zusammenfassend gezeichnet wird, ist „Herr“ und Friedensbringer für alle. Der Prediger spricht ausdrücklich von der Johannestaufe, doch will er die Hörer (Kornelius und Familie), also gläubig gewordene Heiden, zur christlichen Taufe hinführen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Der Himmel tat sich auf, und eine Stimme sprach: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Halleluja.

Evangelium

Mk 1,7–11

Die Verkündigung des Johannes – Die Taufe Jesu

Johannes verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und liess sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Johannes der Täufer – die Taufe Jesu

Das Vorwort zum Markus–Evangelium (vor dem öffentlichen Auftreten) ist nicht ein Hymnus, sondern es besteht aus vorspielartigen Berichten über den Täufer Johannes, die Taufe und die Versuchung Jesu, die dem Leser einen Schlüssel zum Verständnis des ganzen Evangeliums geben.
7–8: Der Täufer ist ganz auf Jesus hingeordnet: Noch nach Jahrzehnten war die Täuferbewegung bedeutsam. Markus knüpft daran an und gewinnt so ein wichtiges Element der Christusverkündigung. Der Täufer selber anerkennt Jesus als den „Stärkeren“! – Der Täufer hat über alle damals üblichen rituellen Taufen hinausgehend eine notwendige Taufe der Umkehr verkündet. Dies lässt an Ezechiel denken „Ich giesse reines Wasser über euch aus…. Ich reinige euch …Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch...“ (36,24–28). Um der Reinigung willen hat Johannes mit Wasser getauft. Er erklärt aber, dass der Stärkere mit dem Geist taufen werde.
9: Taufe Jesu: Jesus reiht sich ein in die der Reinigung bedürfte Menschheit und lässt sich im Jordan taufen. – Das erinnert an die altkirchliche Taufe durch Untertauchen.
10–11: Die göttliche Offenbarung: Während Jesus aus dem Wasser „aufsteigt“, sieht er (Vision) den Geist auf sich „herabsteigen“. Vgl. Jes 63,19: „Reiss doch den Himmel auf und komm herab!“ Jesus ist Geistträger (denn der Geist kommt über ihn „wie eine Taube“, das Symbol von Liebe und Gemeinschaft). Die deutende Gottesstimme (Audition) übertrifft die Worte des Gottesknechtsliedes (Jes 42,1: „mein Knecht…mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen“): „Du bist mein geliebter Sohn…“ Die für Judenchristen verständlichen Jesaja–Worte werden überboten im Sinn der Osterbotschaft: „Es ist der Herr!“ (Joh 21,7; Phil 2,11).
Für uns wichtig ist, dass das göttliche Offenbarungsgeschehen die Messianität und Sohnschaft Jesu kundtut (sie werden nicht vom Täufer oder anderswie abgeleitet). Das ganze Evangelium wird vom messianischen Lehren und Wirken Jesu berichten, auch von Theophanien. Er blieb aber oft unverstanden, ja gebot Schweigen bis Ostern. – Jesu Taufe bildet den Anfang seines Wirkens, das am Kreuz seine Vollendung findet, welches er selber als Taufe auffasste (Mk 10,38). Auch die christliche Taufe ist mehr als ein familiäres Ritual. Sie gliedert ein in Christus und die Kirche. Sie ist Anfang der Errettung aus der Macht des Bösen. Sie soll weg von der Todesmacht zum Leben im Geist führen (vgl. Röm 8,13). Vgl. J. Kremer; Thomas Schumacher, www.perikopen.de

Fürbitten

Christus, du bist der geliebte Sohn deines Vaters:

  • Wecke unter allen Völkern die Bereitschaft, in Frieden und Gerechtigkeit zu leben.
  • Hilf allen, die in kirchlichen Diensten stehen, das Evangelium des Friedens zu verkünden.
  • Schenke die Gaben des Geistes allen, die dieses Jahr getauft und gefirmt werden.
  • Erneuere in allen Getauften den Glauben, dass Gott sie als Kinder annimmt.
  • Stärke unsere Gemeinschaft und alle, die hier beten, mit der Kraft des Heiligen Geistes.
  • Öffne den Himmel für unsere Verstorbenen.

Himmlischer Vater, du hast Jesus als deinen Sohn bezeugt, erhalte uns im Glauben und im Vertrauen auf ihn, der in der Einheit des Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du hast uns mit deinem Wort und dem Brot des Lebens genährt. Gib, dass wir gläubig auf deinen Sohn hören, damit wir deine Kinder heissen und es in Wahrheit sind. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.