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Gotteswort

6. Januar 2018


Erscheinung des Herrn

An Weihnachten sah sich die Kirche vor der Krippe, vertreten durch ein Paar auf der Reise und durch arme Hirten. Heute findet sich die weltoffene und völkerumspannende Kirche in Bethlehem ein. Sammlung und Offenheit prägen die Kirche, wenn Christus ihr erscheint.

Kyrie

Christus, offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist. Herr, erbarme dich.
Geschaut von den Engeln, verkündet unter den Völkern. Christus, erbarme dich.
Geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Weisen gefolgt sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn offenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt. Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 60,1–6

Völkerwallfahrt nach Jerusalem

Auf, Zion, werde licht denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Blick auf und schau umher: Sie alle versammeln sich und kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei.
Du wirst es sehen und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit. Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der Völker kommen zu dir. Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn.

Licht für die Völker

Im Exil stand das Volk Israel täglich in Kontakt mit andern Völkern und ihren Kulturen. Es begann zu verstehen, dass Gott mehr ist als eine lokale oder nationale Gottheit. Er, der Schöpfer der Welt, ist Gott für alle Völker. Der Prophet verkündet nun, dass mit der Rückkehr des Volkes nach Jerusalem für alle Völker, die noch im Dunkel des Unglaubens leben, die Herrlichkeit des Herrn aufgehen werde. Das gedemütigte Volk soll aufstehen und nach den Völkern ausschauen, die nach Jerusalem pilgern werden. – Für den Evangelisten werden die Magier aus dem Osten, die Jesus finden, die ersten Vertreter der Völker sein, welche die Herrlichkeit des Herrn schauen.

Antwortspalm

Psalm 72,1–2.7–8.10–13


R: Huldigen müssen dir, Herr, alle Völker der Erde.


Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König,
dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!
Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit
und deine Armen durch rechtes Urteil.

Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen
und grosser Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.
Er herrsche von Meer zu Meer,
vom Strom bis an die Enden der Erde.

Die Könige von Tarschisch und
von den Inseln bringen Geschenke,
die Könige von Saba und Seba
kommen mit Gaben.
Alle Könige müssen ihm huldigen,
alle Völker ihm dienen.

Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit,
den Armen und den, der keinen Helfer hat.
Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen,
er rettet das Leben der Armen.

2. Lesung

Eph 3,2–3a.5–6

Über die Berufung der Heiden

Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt, das ich soeben kurz beschrieben habe.

Wenn ihr das lest, könnt ihr sehen, welche Einsicht in das Geheimnis Christi mir gegeben ist. Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheissung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.

Heil für die Völker

Für Saulus offenbarte sich Jesus vor Damaskus in einem hellen Licht. Er verstand plötzlich, dass Jesus der Messias ist, aber nicht ein nationaler Messias, sondern der Bote der Frohbotschaft für alle Völker. Für Paulus ist die universale Berufung aller Völker die Offenbarung eines grossen Geheimnisses Gottes. Die Heiden sind Miterben der Verheissungen an Israel.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, dem Herrn zu huldigen. Halleluja, Halleluja.

Evangelium

Mt 2,1–12

Die Huldigung der Sterndeuter

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er liess alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.

Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und liess sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr grosser Freude erfüllt.

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Der Messias für die Völker

Matthäus wollte Judenchristen verständlich machen, dass in Jesus tatsächlich die alten Verheissungen an Israel in Erfüllung gegangen sind. Darum ist das Kindheitsevangelium, das vom Evangelisten zwar zum grössten Teil der Überlieferung entnommen wurde, doch so komponiert, dass die Ereignisse um Jesus für bibelkundige jüdische Ohren viele Anklänge an alte biblische Begebenheiten aufweisen. Jesus erscheint im Glanz des alten Königshauses David (Bethlehem!) und des Sternes, der über Juda aufgeht. Die eigenen Priester sind zwar schriftkundig, aber sie haben so wenig Glauben, dass sie sich nicht einmal bemühen, nach dem Kind, dem Messias, zu forschen. Herodes, der sich wie einst der Pharao mit Beratern bespricht, will als Machthaber dieses Volkes den neugeborenen „König der Juden“ ausmerzen. – Ein Vorspiel: Bei der Kreuzigung spricht Matthäus wieder vom „König der Juden“. – Vertreter der Völker dagegen finden den Weg zu ihm und werfen sich anbetend nieder. Die Frohbotschaft soll allen Völkern verkündet werden, wird Matthäus auch am Schluss seines Evangeliums festhalten. Vgl. M. Stowasser; www.perikopen.de

Fürbitten

Christus, du bist der Welt erschienen und hast dich zuerst Fremden offenbart:

  • Offenbare dich den Menschen, die dich noch nicht kennen.
  • Durch den Stern hast du die Weisen geführt: Führe alle Suchenden zu dir.
  • Du bist das Licht der Welt: Lass deine Liebe aufleuchten im Antlitz der Kirche.
  • Ein Mächtiger wollte dich beseitigen: Schenke den Regierenden Gedanken des Friedens.
  • Als die Weisen dich fanden, war ihre Freude gross: Erhalte uns in deiner Freude.
  • Nimm unsere Verstorbenen auf in dein ewiges Licht.

Gütiger Vater ohne deine Führung und Gnade findet dich niemand. Gib uns die Kraft, dem Ruf und der Führung deines Sohnes zu folgen, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Wir danken dir, allmächtiger Gott, für die heiligen Gaben und bitten dich: Erhelle unsere Wege mit dem Licht deiner Gnade, damit wir in Glauben und Liebe erfassen, was du uns im Geheimnis der Eucharistie geschenkt hast. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.